Breites Bündnis ruft zu Demonstration gegen Kopftuchverbot auf

Die Gleichbehandlungsanwaltschaft, die Dokumentationsstelle Islamfeindlichkeit sowie zivilgesellschaftliche Gruppen für Menschenrechte, Gleichberechtigung und Anti-Diskriminierung rufen zur Demo gegen das Kopftuchverbot.

Geplant sind Reden, Statements und Solidaritätsbekundungen von Vertretern der an der Demo beteiligten Organisationen, betroffenen Familien und Aktivisten.

Geplant sind Reden, Statements und Solidaritätsbekundungen von Vertretern der an der Demo beteiligten Organisationen, betroffenen Familien und Aktivisten. Bild: TRT

Wien – Ein zivilgesellschaftliches Bündnis aus rund 20 Organisationen ruft für Freitag, den 13. Februar 2026, zu einer Demonstration gegen das Kopftuchverbot an Schulen auf. Die Kundgebung beginnt um 17:00 Uhr am Platz der Menschenrechte (1070 Wien) und soll ein deutliches Zeichen für Religionsfreiheit, Bildungsgerechtigkeit und Gleichbehandlung setzen.

“Es geht um mehr als ein Kleidungsstück”

Das Gesetz, das Ende 2025 im Parlament beschlossen wurde, verbietet das Tragen von Kopftüchern für Schülerinnen unter 14 Jahren an öffentlichen Schulen. Kritiker sprechen von einem Eingriff in grundlegende Rechte: “Es geht hier nicht nur um ein Kleidungsstück, sondern um das Recht von Mädchen, ihre Religion frei zu leben und gleichberechtigt Zugang zu Bildung zu erhalten”, erklärt ein Sprecher der Initiative “Nein zum Kopftuchverbot”.

Die Organisatoren warnen vor einer Stigmatisierung und Diskriminierung kopftuchtragender Mädchen. “Dieses Gesetz sendet ein fatales Signal an unsere Gesellschaft: religiöse Vielfalt wird nicht akzeptiert, sondern reguliert und ausgegrenzt”, so ein Aktivist der Dokumentationsstelle Islamfeindlichkeit und antimuslimischer Rassismus.

Wer steht hinter dem Bündnis?

Das Bündnis umfasst neben dieser Initiative auch Vertreter der Gleichbehandlungsanwaltschaft, der Dokumentationsstelle Islamfeindlichkeit und antimuslimischer Rassismus sowie weitere zivilgesellschaftliche Gruppen, die sich für Menschenrechte, Gleichberechtigung und Anti-Diskriminierung einsetzen. Auch Migranten- und Frauenrechtsorganisationen unterstützen die Kundgebung.

Demonstration als Plattform für Solidarität

Geplant sind Reden, Statements und Solidaritätsbekundungen von Vertretern der beteiligten Organisationen, betroffenen Familien und Aktivisten. Die Veranstalter kündigen an, dass rechtliche Schritte gegen das Verbot geprüft werden. Frühere Entscheidungen des österreichischen Verfassungsgerichtshofs zeigten, dass ähnliche Verbote bereits aufgehoben wurden.

“Wir wollen nicht nur protestieren, sondern auch aufklären und eine inklusive Debatte fördern. Es geht um die Zukunft unserer Kinder und um die Wahrung grundlegender Rechte”, sagt eine Sprecherin der Gleichbehandlungsanwaltschaft.

Ein Symbol für die laufende Debatte

In Wien und Niederösterreich werden ab Montag Schülerinnen, die mit Kopftuch zum Unterricht erscheinen, in einer sogenannten “Aufklärungsphase” genötigt, das Kopftuchs abzulegen.

Ab dem Schuljahr 2026/27 drohen Geldstrafen zwischen 150 und 800 Euro bei wiederholten Verstößen, sollten die Gespräche mit den Eltern gemeinsam nichts nützen. Es können auch Kinder-, Jugendhilfe und Gerichte eingeschaltet werden.

Das Kopftuchverbot ist Teil einer Reihe von Maßnahmen der österreichischen Regierung, die strengere Regeln für religiöse Symbole in Schulen vorsieht. Menschenrechtsorganisationen warnen, dass das Gesetz Muslim:innen in Österreich marginalisieren und gesellschaftliche Spannungen verschärfen könnte.

Die Demonstration am 13. Februar soll daher ein deutliches Zeichen setzen: Für Religionsfreiheit, gleiche Bildungschancen und gesellschaftliche Solidarität.

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Von Okay Altinisik | 7-2-2026, 11:35:17

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