Lediglich 200 Personen nahmen an der Demo teil. Auf Grund Einschüchterungen wurden nur Tonaufnahmen der Schülerinnen abgespielt.

Organisiert wurde die Demo von mehreren zivilgesellschaftlichen Organisationen, darunter die Anti-Rassismus-Organisation ZARA sowie Initiativen gegen Islamfeindlichkeit. Bild: Esterreicherr
Wien – Rund 200 Menschen haben am Donnerstag in der Wiener Innenstadt gegen das geplante Kopftuchverbot für Schülerinnen unter 14 Jahren demonstriert. Die Kundgebung begann am Platz der Menschenrechte und führte am Parlament vorbei in Richtung Ballhausplatz. Die Veranstaltung verlief laut Polizeiangaben friedlich.
Die Demonstrierenden kritisierten das von der Bundesregierung beschlossene Gesetz als diskriminierend und warnten vor einer weiteren Stigmatisierung muslimischer Mädchen. In mehreren Redebeiträgen wurde betont, ein Kopftuchverbot schütze Kinder nicht vor Zwang, sondern schränke Grundrechte wie Religionsfreiheit, Selbstbestimmung und den gleichberechtigten Zugang zu Bildung ein.
Unter den Rednerinnen war auch die Frauenrechtsaktivistin Rosa Logar, die erklärte, das eigentliche Problem sei nicht das Kopftuch, sondern möglicher familiärer oder gesellschaftlicher Druck. Dieser lasse sich jedoch nicht durch pauschale Verbote lösen. Teilweise wurden Tonaufnahmen betroffener Schülerinnen abgespielt, da diese wegen Einschüchterungen in den sozialem Medien nicht öffentlich auftreten wollten.
Unterstützt wurde die Kundgebung von mehreren zivilgesellschaftlichen Organisationen, darunter die Anti-Rassismus-Organisation ZARA sowie Initiativen gegen Islamfeindlichkeit. Auch verfassungsrechtliche Bedenken wurden thematisiert: Kritikerinnen sehen in dem Gesetz einen gezielten Eingriff in die Religionsausübung einer bestimmten Gruppe.
Hintergrund
In Wien und Niederösterreich werden seit Montag Schülerinnen, die mit Kopftuch zum Unterricht erscheinen, in einer sogenannten “Aufklärungsphase” genötigt, das Kopftuchs abzulegen.
Ab dem Schuljahr 2026/27 drohen Geldstrafen zwischen 150 und 800 Euro bei wiederholten Verstößen, sollten die Gespräche mit den Eltern gemeinsam nichts nützen. Es können auch Kinder-, Jugendhilfe und Gerichte eingeschaltet werden.
Das Kopftuchverbot ist Teil einer Reihe von Maßnahmen der österreichischen Regierung, die strengere Regeln für religiöse Symbole in Schulen vorsieht. Menschenrechtsorganisationen warnen, dass das Gesetz Muslim:innen in Österreich marginalisieren und gesellschaftliche Spannungen verschärfen könnte. (Kurier)
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Von Okay Altinisik | 13-2-2026, 23:24:58
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