Der Heilige Koran selbst fordert den Menschen dazu auf, Gott zu fürchten. Wer dies ignoriert, entnimmt ihm die Substanz, so wie es um das Christentum geschah, und wer Religion nur dann toleriert, wenn sie leise ist, hat sie nie verstanden.

Hofer und Erdoğan, der in Sachen Islam von Hofer noch so einiges lernen kann, öffnen uns eine Perspektive, die Natur, Politik und Moral nicht voneinander trennt. Bild: FPÖ
Aktualisierung am 26.2.2026: Das Auslieferungsverfahren gegen Norbert Hofer scheitert vorerst, weil SPÖ und ÖVP im burgenländischen Landtag einer Aufhebung seiner Immunität nicht zustimmen. Damit wird er nicht an die Staatsanwaltschaft Wien ausgeliefert.
Hofers Statement erfolgte im Rahmen seiner politischen Tätigkeit und fällt unter parlamentarische Immunität, wird argumentiert.
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Die Staatsanwaltschaft Wien ersucht um die Auslieferung von Norbert Hofer. Der Vorwurf: Verhetzung und Herabwürdigung religiöser Lehren. Anlass sind Aussagen aus dem Jahr 2020, in denen Hofer den Heiligen Koran mit einer gesellschaftlichen Gefahr verglich.
„Ich fürchte mich nicht vor Corona, Corona ist nicht gefährlich.
Da ist der Koran gefährlicher, meine Lieben, als Corona.“
Jahre später ist die Debatte zurück – und sie reicht weit über juristische Fragen hinaus.
Juristisch geht es um parlamentarische Immunität, politisch um Meinungsfreiheit. Doch gesellschaftlich berührt der Fall einen wunden Punkt: den Umgang Europas mit Religion, Macht und Respekt.
Hofer mag mit seiner Wortwahl polarisiert haben – doch ein Punkt wird in der öffentlichen Debatte oft ausgeblendet: Der Heilige Koran selbst fordert den Menschen wiederholt dazu auf, Gott zu fürchten. Gottesfurcht ist kein Randaspekt des Islam, sondern ein zentrales theologisches Prinzip. Wer dies ignoriert oder verzerrt darstellt, spricht nicht über den Islam, sondern über ein Zerrbild davon. Er entnimmt ihm die Substanz, so wie es um das Christentum geschah.
Der Versuch, den Koran wie ein beliebiges politisches Pamphlet zu behandeln, verkennt seine Stellung. Der Koran ist kein gewöhnliches Buch. Er ist, im Gegensatz zu den Büchern der Bibel, göttliche Offenbarung sowie Autorenschaft gleichzeitig – und wird nicht nur von Gläubigen gefürchtet, sondern auch von jenen finstere Mächten, die sich nicht davor scheuten, die Torah zu zensurieren, das Evangelium zu redaktieren, es auf Jesus’ Parabeln zu reduzieren. Der Koran hingegen blieb bestehen, aus Ehrfurcht vor einer Autorenschaft, die keinen Mitverfasser kennt.
Dann gibt es noch die, die es eigentlich besser wissen sollten. Man muss es so deutlich sagen, wie es die Schriften selbst tun: Ein Machthaber, der sich als gläubiger Moslem inszeniert, darf nicht so tun, als sei das Wort Gottes verhandelbar. Recep Tayyip Erdoğan wusste, was er tat, als er nach den öffentlichen Koranverbrennungen in Schweden den Weg für den NATO-Beitritt freimachte. Er wusste, dass es nicht um Diplomatie ging, sondern um Erniedrigung. Und er wusste – oder hätte wissen müssen –, dass der Heiliger Koran genau solche Respektlosigkeiten beim Namen nennt. Zwei Wochen später erschütterte ein Erdbeben Kahramanmaraş, seine politische Hochburg, und riss zehntausende seiner Gefolsgleute in den Tod. Wer diese Abfolge für zufällig erklärt, mag sich wissenschaftlich sicher fühlen – statistisch ist sie eine Anklage. Denn sowohl der Heilige Koran als auch das Altes Testament kennen dieses Muster: Wenn die Mächtigen das Heilige preisgeben, wird der Boden unsicher. Macht ohne Ehrfurcht endet immer zerstörerisch – und wer den Autor der Welten relativiert, relativiert auch den Halt der Welt. Das ist keine Naturlehre – es ist eine Warnung.
Hofer und Erdogan, der in Sachen Islam von Hofer noch so einiges lernen kann, öffnen uns eine Perspektive, die Natur, Politik und Moral nicht voneinander trennt. Diese Sicht pauschal zu kriminalisieren, heißt nicht Aufklärung – sondern Verdrängung.
Die eigentliche Frage lautet daher nicht, ob Hofer provoziert hat. Sondern: Darf eine Gesellschaft religiöse Empfindlichkeiten ignorieren, wenn sie geopolitisch unbequem werden? Und: Wird das Strafrecht zum Instrument, um kulturelle Konflikte zu lösen, die politisch ungelöst bleiben?
Wer Religion nur dann toleriert, wenn sie leise ist, hat sie nie verstanden. Und wer glaubt, man könne heilige Texte entweihen, ohne Konsequenzen – gesellschaftlich oder spirituell –, unterschätzt ihre Wirkung.
Der Fall Hofer ist deshalb weniger ein Prozess gegen einen Politiker als ein Spiegel europäischer Selbstgewissheit. Die Entscheidung des Landtags wird juristisch fallen. Die eigentliche Abrechnung aber findet längst auf einer anderen Ebene statt: zwischen Macht, Glauben und der Illusion, man könne beides voneinander trennen.
>>-> Herzlichen Glückwunsch zum Heiligen Koran
Von Okay Altinisik | 24-2-2026, 00:41:33 (aktualisiert am 26-2-2026, 20:39:02)
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