Herzlichen Glückwunsch zum Heiligen Koran

Was Gott persönlich spricht, wird nicht angefasst. Die Tora, die Bibel, die Evangelien wurden bewahrt und zugleich durch menschliche Hände editiert, durch finstere Mächte geformt. Der Koran hingegen…

Die Offenbarung des Heiligen Koran begann in der Nacht der Kraft in der zweiundzwanzigsten Nacht des Ramadan. Sie endete nach zweiundzwanzig Jahren in der Nacht der Loslösung, in der Mitte des Monats Schaban.

Die Offenbarung des Heiligen Koran begann in der Nacht der Kraft in der zweiundzwanzigsten Nacht des Ramadan. Sie endete nach zweiundzwanzig Jahren in der Nacht der Loslösung, in der Mitte des Monats Schaban.

Die Nacht des Abschlusses. Nicht der erste Ruf steht im Raum, sondern das vollendete Wort.

Am anderen Ende dieses inneren Kalenders liegt Laylat al-Qadr, die Nacht der Kraft, eine Nacht besser als tausend Monate. In ihr trat der Koran in die Welt – nicht als menschliche Deutung, nicht als geistige Annäherung, sondern als Rede Gottes in eigener Stimme. Qadr meint Kraft: die Wirksamkeit eines Wortes, das nicht überzeugen muss, um zu gelten.

Zwischen diesen beiden Nächten liegen zweiundzwanzig Jahre.
Zweiundzwanzig Jahre, in denen das Wort kam, blieb und weitergetragen wurde. Vers für Vers, im Takt des Lebens, ohne Eingriff, ohne Korrektur. Nicht geformt, sondern empfangen.

Laylat al-Qadr war der Durchbruch der Offenbarung.
Laylat al-Bara’ah ist ihr stiller Abschluss.

Bara’ah bedeutet Entlassung. Loslösung. Ein Ende ohne Vorbehalt. In dieser Nacht ist nichts mehr offen. Das Wort ist vollständig – nicht weil der Mensch es vollendet hätte, sondern weil Gott selbst es vollendet hat.

Hier liegt der Schlüssel zur Unveränderlichkeit des Korans.
Er blieb, was er war, weil seine Autorenschaft nie dem Menschen zugeschrieben wurde. Der Koran verstand sich von Anfang an nicht als Text über Gott und nicht als von Gott inspirierter Text, sondern als von Gott selbst formulierter Text. Diese Zuschreibung war keine theologische Nuance, sondern eine Grenze.

Was der Mensch als Autor betrachtet, bearbeitet er.
Was der Mensch verantwortet, erklärt er.
Was der Mensch besitzt, passt er an.

Was aber Gott persönlich spricht, wird nicht angefasst.

Diese Achtung erwies sich als stärker als Zeitläufe. Reiche kamen und gingen, Ordnungen verschoben sich, Schriften wurden gesammelt, ausgelegt, neu gefasst. Die Tora, die Bibel, die Evangelien wurden bewahrt und zugleich durch Geschichte getragen, durch menschliche Hände editiert, durch finstere Mächte geformt.

Der Koran hingegen blieb bestehen.
Aus Ehrfurcht.

Ehrfurcht vor einer Autorenschaft, die keinen Mitverfasser kennt.

Dass der Text bis heute unverändert geblieben ist, verdankt sich daher weniger einem historischen Zufall als einer Haltung: der Anerkennung, dass dieses Wort nicht zur Disposition steht. Weder religiös noch politisch. Weder erklärend noch korrigierend.

Heute Nacht, in Laylat al-Bara’ah, endet das Warten. Nicht auf Sinn, sondern auf Ergänzung. Der Mensch steht vor einem abgeschlossenen Wort – und damit vor sich selbst.

Zwischen Kraft und Vollendung spannt sich der Koran.
Zwischen Laylat al-Qadr und Laylat al-Bara’ah.
Zwischen dem ersten Ruf und der letzten Stille.

Der Koran begann mit Kraft in der zweiundzwanzigsten Nacht des Ramadan.
Er endete nach zweiundzwanzig Jahren mit Klarheit.
Und er bleibt – unverändert –,
nicht nur weil er bewacht wurde,
sondern weil man Gottes persönlicher Stimme nicht ins Wort fällt.

Nicht, um neu geschrieben zu werden.
Sondern, um gelebt zu werden.

>>-> Heute Nacht ist Leylat Al Qadr, die 22. Nacht des Ramadan – bist du bereit für die Engel?

>>-> Sollte Norbert Hofer die Warnungen des Heiligen Koran etwa verharmlosen?

Von Okay Altinisik | 2-2-2026, 16:52:34

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