Wo sind die „Hunger-Hotspots“?

José Miguel Soriano del Castillo, Professor für Ernährungs- und Lebensmittelwissenschaften, hat den jüngsten gemeinsamen Bericht der FAO (Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen) und des Welternährungsprogramms (WFP) analysiert. Der Bericht warnt davor, dass sich das Zeitfenster um einen drastischen Anstieg des weltweiten Hungers zu verhindern rapide schließt. Er identifiziert sechzehn Regionen, in denen das Risiko einer akuten Ernährungsunsicherheit stark zunimmt und zu weitreichenden humanitären Krisen führen könnte, wenn nicht rasch gehandelt wird.

Sahel: Menschen stehen Schlange vor einer Lebensmittelausgabe der UNO.

Sahel: Menschen stehen Schlange vor einer Lebensmittelausgabe der UNO.

Gewaltsame Konflikte werden als Hauptursache des Hungers genannt. In Ländern wie Sudan, Jemen und Palästina haben Kämpfe, Vertreibung, zerstörte Infrastruktur und eingeschränkter humanitärer Zugang die Lebensmittelversorgung massiv beeinträchtigt. Besonders alarmierend ist die Lage im Sudan, wo einige Regionen bereits famineähnliche Bedingungen erreichen. Im Jemen ist die Bevölkerung stark von Importen abhängig, doch Treibstoffmangel und zerstörte Infrastruktur haben dazu geführt, dass über zwei Fünftel der Menschen unter schwerer Ernährungsunsicherheit leiden. In Mali und Burkina Faso haben Unsicherheit und Gewalt Märkte und landwirtschaftliche Produktion zerrüttet; allein in Mali war 2025 mehr als die Hälfte der Bevölkerung von unzureichender Ernährung betroffen.

Wirtschaftliche Schocks verschärfen diese Verwundbarkeit zusätzlich. Währungsabwertung, Inflation sowie steigende Kosten für Treibstoff und landwirtschaftliche Betriebsmittel haben die Kaufkraft vieler Haushalte geschwächt. Besonders betroffen ist Haiti, wo Gewalt und der Zusammenbruch der Märkte mehr als die Hälfte der Bevölkerung in akute Ernährungsunsicherheit gedrängt haben. Ähnliche Entwicklungen zeigen sich in Myanmar und Äthiopien, wo wirtschaftliche Störungen zu stark steigenden Lebensmittelpreisen geführt haben.

Der Klimawandel hat sich zu einem dauerhaften und strukturellen Treiber des Hungers entwickelt. Wiederkehrende Dürren, Überschwemmungen und extreme Wetterereignisse treffen zunehmend Regionen, die von saisonalen Regenfällen abhängig sind. Das Horn von Afrika verdeutlicht diese Entwicklung: Mehrere ausgefallene Regenzeiten und klimatische Extreme haben Ernten, Viehbestände und Infrastruktur zerstört und die Abhängigkeit von Nothilfe erhöht.

Verschärft wird die Situation durch einen gravierenden Mangel an humanitärer Finanzierung. Da die verfügbaren Mittel weit unter dem Bedarf liegen, ist das WFP gezwungen, Nahrungsmittelrationen zu kürzen und Ernährungsprogramme einzuschränken. In konfliktbetroffenen Gebieten, in denen Märkte kaum funktionieren, könnte diese Finanzierungslücke rasch zu hungerähnlichen Notlagen führen.

Der Bericht macht deutlich, dass Ernährungsunsicherheit nicht nur eine humanitäre, sondern auch eine politische und wirtschaftliche Bedrohung darstellt, deren Auswirkungen weit über nationale Grenzen hinausreichen. Trotz der düsteren Prognosen betonen die UN-Organisationen, dass gezielte Investitionen in Landwirtschaft, Lebensgrundlagen und Resilienz noch immer das Schlimmste verhindern könnten – sofern das verbleibende Zeitfenster nicht ungenutzt verstreicht. (The Conversation)

Von Okay Altinisik | 4-1-2026, 17:50:31

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