Eine Yad-Vashem-Straße auch für Wien

Wien/Jerusalem – Der Vorsitzende der israelischen Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem, Daniel Dayan, hat den Wunsch geäußert, in Wien eine Straße nach Yad Vashem zu benennen. Die Initiative versteht sich nicht als symbolischer Akt allein, sondern als bewusster Beitrag zur Erinnerungskultur und historischen Bildung im öffentlichen Raum.

In New York trägt seit knapp einem Jahr ein Straßenabschnitt den Namen Yad Vashem Way, auch in Berlin wird darüber diskutiert, dann warum nicht auch in Wien, einer Stadt die tief in der Geschichte der Schoa verankert ist?

In New York trägt seit knapp einem Jahr ein Straßenabschnitt den Namen Yad Vashem Way, auch in Berlin wird darüber diskutiert, dann warum nicht auch in Wien, einer Stadt die tief in der Geschichte der Schoa verankert ist? Bild: yadvashem.org

“Eine Yad-Vashem-Straße ist kein bloßes Straßenschild”, betonte Dayan bei Gesprächen in Wien. Vielmehr gehe es darum, Erinnerung sichtbar zu machen und Fragen auszulösen: Wer oder was ist Yad Vashem? Wofür steht dieser Name? Genau dieser Moment der Irritation könne Menschen dazu bringen, sich mit der Geschichte des Holocaust auseinanderzusetzen.

Erinnerung im Alltag verankern

Yad Vashem ist die zentrale israelische Gedenk- und Forschungsstätte für die Opfer der Shoah. Seit Jahrzehnten dokumentiert die Institution die Namen, Biografien und Schicksale der Ermordeten und betreibt internationale Bildungs- und Forschungsarbeit. Eine Straßenbenennung, so Dayan, trage diese Erinnerung aus Museen und Gedenkstätten direkt in den Alltag der Stadt.

Internationale Vorbilder existieren bereits: In New York trägt ein Straßenabschnitt nahe der UNO den Namen Yad Vashem Way, auch in Berlin wird über vergleichbare Formen öffentlicher Würdigung diskutiert. Wien, als Stadt mit einer zentralen Rolle in der Geschichte des Nationalsozialismus und der Vertreibung der jüdischen Bevölkerung, habe dabei eine besondere Verantwortung.

Österreichs Wandel im Umgang mit der Vergangenheit

Dayan würdigte zugleich den Wandel Österreichs im Umgang mit seiner NS-Vergangenheit. Jahrzehntelang habe das Land an der Erzählung vom “ersten Opfer” des Nationalsozialismus festgehalten, inzwischen werde die Mitverantwortung vieler Österreicherinnen und Österreicher offen anerkannt. Dieser Perspektivwechsel sei entscheidend, um Antisemitismus wirksam zu bekämpfen.

Im Rahmen seines Wien-Besuchs führte Dayan Gespräche mit hochrangigen Vertretern der österreichischen Politik. Dabei lobte er bestehende Strategien gegen Antisemitismus und zur Förderung jüdischen Lebens, verwies jedoch auch auf die Bedeutung langfristiger finanzieller und institutioneller Unterstützung für Erinnerungs- und Bildungsarbeit.

Straßennamen als politische Aussage

In Wien sind Straßennamen immer wieder Gegenstand gesellschaftlicher Debatten – etwa bei der Umbenennung historisch belasteter Persönlichkeiten. Eine Yad-Vashem-Straße würde diesen Diskurs umkehren: Nicht die Korrektur der Vergangenheit stünde im Mittelpunkt, sondern ein aktives Bekenntnis zur Erinnerung.

Ob und wo eine solche Straße entstehen könnte, liegt letztlich bei der Stadt Wien. Klar ist jedoch: Der Vorschlag trifft einen sensiblen Punkt in einer Zeit, in der antisemitische Vorfälle europaweit zunehmen und die zeitliche Distanz zum Holocaust größer wird.

“Erinnerung ist keine abgeschlossene Aufgabe”, so Dayans zentrale Botschaft. “Sie muss immer wieder neu in das öffentliche Bewusstsein eingeschrieben werden – auch durch scheinbar alltägliche Dinge wie einen Straßennamen.”

Von Okay Altinisik | 28-1-2026, 17:26:11

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