Bezirk Oberwart: Glyphosat im Trinkwasser entdeckt

Offen ist, wie stark die Messergebnisse über dem Grenzwert lagen. Die Krebsforschungsagentur der WHO stuft Glyphosat als “wahrscheinlich krebserregend” ein. Diese Einstufung basiert auf Tierstudien, epidemiologischen Hinweisen sowie Belegen für DNA-Schäden und oxidativen Stress.

Die Wasserversorgung für die betroffenen Teile der Gemeinde läuft momentan über die zentrale Gemeindeversorgung Wiesfleck. Bild: gemeinde-wiesfleck.at

Die Wasserversorgung für die betroffenen Teile der Gemeinde läuft momentan über die zentrale Gemeindeversorgung Wiesfleck. Bild: gemeinde-wiesfleck.at

Eisenstadt – In mehreren Ortsteilen der Gemeinde Wiesfleck – konkret Schreibersdorf, Schönherrn und Weinberg – wurden bei Trinkwasseruntersuchungen Glyphosat und andere Pestizide nachgewiesen.

Die Ursache der Verunreinigung ist derzeit noch unklar. Mögliche Erklärungen könnten Umwelteinflüsse im Bereich der Wasserquelle oder ein unsachgemäßer Umgang mit Pflanzenschutzmitteln sein, heißt es in einer Gemeindemitteilung.

Die Wasserversorgung für die betroffenen Teile der Gemeinde läuft momentan über die zentrale Gemeindeversorgung Wiesfleck.

In der EU – auch in Österreich – wird Trinkwasser regelmäßig auf Pestizidrückstände überwacht. Für einzelne Pestizide (wie Glyphosat) gibt es gesetzliche Grenzwerte, die regelmäßig überprüft werden.

Glyphosat kann in landwirtschaftlichen Regionen in Oberflächen- oder Grundwasser gelangen, insbesondere nach Regenfällen oder durch Abschwemmung aus Feldern. In normalen Überwachungsprogrammen werden solche Rückstände aber in der Regel selten in hohen Konzentrationen gefunden.

Offen ist, wie stark die Messergebnisse über dem Grenzwert lagen. Sie wurden noch nicht detailliert veröffentlicht. Behörden und Umweltlabore arbeiten an den genauen Auswertungen.

Hintergrund

Die IARC, die Krebsforschungsagentur der WHO, stuft Glyphosat seit 2015 als “wahrscheinlich krebserregend” ein. Diese Einstufung (Gruppe 2A) basiert auf Tierstudien mit Tumorbefunden, epidemiologischen Hinweisen auf Non-Hodgkin-Lymphome sowie Belegen für DNA-Schäden und oxidativen Stress.

Wohingegen EU-Institute, dessen Mandatare ja nahen Kontakt mit Industrieverbänden pflegen, Glyphosat als nicht-krebserregend einstufen. Dies ist bedenklich vor dem Hintergrund, dass vor allem Bayer, der Hersteller von Glyphosat, erwiesenermassen beträchtliche Ressourcen, Netzwerke, ehemalige Politiker sowie vernetzte Branchenverbände nutzt, um politische Entscheidungen zugunsten seiner Interessen zu beeinflussen. Das Unternehmen hat in der Vergangenheit Studien finanziert oder beeinflusst, die politisch eingesetzt wurden, um regulatorische Risiken zu reduzieren – manchmal ohne transparente Offenlegung der Finanzierung – wie zum Beispiel an der Universität Gießen.

Von Okay Altinisik | 3-3-2026, 11:54:06

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