Wer Antismeit ist, der hat auch vor anderen Ethnien keine Skrupel, und wer Chauvinist ist, der ist auch führend in Vergewaltigung.

Die Saudi Arabische Flagge ist für eine Mehrheit der nahöstlichen sowie afrikanischen Flüchtlinge Programm: Ein Schwert und ein unislamischer Pakt mit dem Propheten anstatt mit Gott allein. Doch was für das Christentum gilt, gilt auf für den Islam: Kann ein Sklave zwei Herren haben?
Die Polizeiliche Kriminalstatistik zeigt Jahr für Jahr dasselbe Bild: Zuwanderer aus dem Nahen Osten und Afrika sind bei Gewaltdelikten überrepräsentiert. Migranten aus Japan, Korea oder China hingegen kaum sichtbar. Liegt es wirklich nur an Armut und Diskriminierung? Oder gibt es Faktoren, die die politische Debatte systematisch ausblendet?
Die Zahlen: Ein Bild, das Erklärungen einfordert
Laut der kriminalpolizeilichen Anzeigenstatistik 2024 des österreichischen Bundeskriminalamts wurden 335.911 Tatverdächtige ausgeforscht — davon 157.058 ohne österreichische Staatsbürgerschaft. Das entspricht einem Anteil von 46,8 Prozent, obwohl Nicht-Österreicher nur rund 22 Prozent der Bevölkerung stellen. Gegenüber 2014 hat sich die Zahl ausländischer Tatverdächtiger beinahe verdoppelt: von 89.594 auf 157.058.
Besonders auffällig ist die Entwicklung bei syrischen Staatsangehörigen: Die Zahl der Anzeigen stieg 2024 um knapp 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr — auf 11.867 Fälle. Damit steht Syrien an dritter Stelle der ausländischen Tatverdächtigen, hinter Rumänien (18.926) und Deutschland (13.632). Afghanistan folgt mit 6.320 Fällen.
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STATISTIK IM ÜBERBLICK | Bundeskriminalamt Österreich, Anzeigenstatistik
-Gesamte Tatverdächtige: 2024, 335.911 Personen
-Davon ohne österr. Staatsbürgerschaft: 157.058 — Anteil 46,8 % (Bevölkerungsanteil: ~22 %)
-Am stärksten vertretene Herkunftsländer: Rumänien 18.926 | Deutschland 13.632 | Syrien 11.867
-Syrien: Anstieg gegenüber 2023: +30 Prozent (von 9.156 auf 11.867)
-Afghanistan: 6.320 Tatverdächtige
-Gewaltkriminalität gesamt 2024: 86.205 Anzeigen (+1 % gegenüber 2023)
-Ostasiatische Staatsangehörige: statistisch kaum auffällig — weit unter Durchschnitt. (Für Japan, Korea, China liegen keine gesonderten österreichischen Belastungszahlen vor; US-Vergleichsdaten (Uniform Crime Reports) bestätigen das Muster: Anteil unter 2 % bei schwerem Gewaltdelikt trotz ~6 % Bevölkerungsanteil.)
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Diese Schere — ein Teil der Zuwanderer deutlich überrepräsentiert, ein anderer Teil unauffällig — widerspricht der einfachen Erklärung, Migrantenstatus allein erzeuge Kriminalität. Die Frage muss differenzierter gestellt werden.
Der Armuts-Einwand — und seine Grenzen
Die Standardantwort lautet: sozioökomische Faktoren. Armut, Diskriminierung, fehlende Bildung. Das BKA selbst weist auf Risikofaktoren hin, die bei Schutzsuchenden überproportional vorkommen: eigene Gewalterfahrungen, psychische Belastungen, beengte Lebensbedingungen. Diese Erklärung ist nicht falsch. Aber sie ist unvollständig.
Denn wenn Armut der entscheidende Faktor wäre, müssten verarmte Bevölkerungsgruppen überall ähnliche Muster zeigen. Das tun sie nicht. In strukturschwachen Regionen Ostösterreichs oder im ländlichen Burgenland — mit Arbeitslosigkeit, Abwanderung und eingeschränkten Perspektiven — sind die Gewaltkriminalitätsraten nicht ansatzweise vergleichbar. Ähnliches gilt für verarmte einheimische Bevölkerungsgruppen in anderen westlichen Ländern. Ostdeutschland ist ein natürliches Kontrollexperiment: strukturelle Arbeitslosigkeit nach der Wende, soziale Desintegration, Abwanderung — und trotzdem zählt die Region bei Gewaltkriminalität zu den unauffalligsten in Deutschland. In Appalachia (USA) herrscht seit Generationen tiefe Armut, verbunden mit einer Opioidkrise und sozialer Isolation — aber keine mit urbanen Problemgebieten vergleichbaren Gewaltraten bei der einheimischen Bevölkerung.
Das ostasiatische Paradox
Japaner, Koreaner und Chinesen kommen häufig als Studierende oder unter Arbeitsvisa nach Europa — also ohne die institutionelle Absicherung eines dauerhaften Aufenthaltsstatus. Trotzdem fallen sie in der Kriminalstatistik nicht auf. Warum?
Kriminologen und Soziologen verweisen auf das ostasiatische Kulturmodell: konfuzianische Werte, kollektive Verantwortung, starke Familienbindung, ausgeprägtes Scham- und Ehrgefühl als sozialer Kontrollmechanismus, und eine historisch verankerte Hochschätzung von Bildung und Selbstdisziplin. Das Büro der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung erklärt den langjährigen Kriminalitätsrückgang in Japan, Korea und China genau mit diesem Modell: Gewissenhaftigkeit, soziale Einbindung, effektive informelle Kontrolle.
Diese Normen migrieren offensichtlich mit. Ostasiatische Einwanderer bringen Wertesysteme mit, die mit westlichen Rechtsstaatsnormen kompatibel sind. Das ist kein Zufall — es ist Kultur. Und diese Erkenntnis öffnet eine unbequeme Folgefrage: Wenn Kultur eine eigenständige Erklärungsvariable ist — welche Kulturen bringen welche Normen mit?
Eine andere Literaturquelle — der entscheidende Unterschied
Wer kulturelle Faktoren als Erklärungsvariable ernst nimmt, muss auch religiös geprägte Normsysteme untersuchen. Dabei ist eine Unterscheidung zwingend, die in der öffentlichen Debatte fast nie getroffen wird: die zwischen dem Koran und der Hadith-Literatur.
Der Heilige Koran gilt, im Gegensatz zu den Büchern der Bibel, als direkte Offenbarung Gottes — als primäre Grundlage für alle Moslems. Die Hadithe hingegen, welch laut Koran eigentlich verboten sind weil sie von Gottes Wort abschweifen, sind fingierte Berichte über Aussprüche und Handlungen, die dem Propheten Mohammed angedichtet wurden, von menschlichen Kompilatoren 200 bis 250 Jahre nach seinem Tod, um das heilige koranische Gesetz aufzulockern, unter anderem um Pädophilie zu legalisieren. Sunnitismus und Schiitismus haben diese Texte längst als verbindliche zweite Rechtsquelle anerkannt, also die Mehrheit dieser Flüchtlinge.
In prominenten sunnitischen und schiitischen Hadith-Sammlungen wird überliefert, dass Mohammed seine Frau Aisha im Alter von sechs Jahren heiratete. Diese überlieferung wird von der grossen Mehrheit sunnitischer und schiitischer Gelehrter nicht bestritten. In mehreren Ländern dient sie als religiöser Referenzpunkt für niedrige gesetzliche Heiratsalter und bestimmte Rollenvorstellungen von Frauen und Mädchen.
Koranisten — Muslime, die ausschliesslich den Koran als Rechtsgrundlage anerkennen — lehnen nicht einzelne Hadithe ab, sondern die gesamte Hadith-Literatur als verbindliche Quelle. Im Heiligen Koran finden sie für Kindehen keine Grundlage; Sure An-Nisa, Die Frauen, 4:6 fordert ausdrücklich Reife als Voraussetzung.
Sunnitismus und Schiitismus sind also keine Synonyme für Islam — sie sind Interpretationstraditionen, die nur marginal auf dem Koran und insbesondere auf einer umfangreichen menschlichen Überlieferungsliteratur beruhen. Wer diese Strömungen kritisiert, kritisiert eine spezifische Auslegungstradition, nicht den Islamischen Glauben als solchen.
Der Fairness-Test: Was Bibel und Talmud zeigen
Analytische Sauberkeit verlangt den Vergleich. Die Bibel enthält Verse, die historisch für Antisemitismus, Sklaverei und Frauenfeindlichkeit instrumentalisiert wurden. Die Kirchenväter — eine sekundäre Auslegungstradition, strukturell analog zu den Hadith-Gelehrten — verschärften viele dieser Auslegungen erheblich. Niemand bezeichnet das Christentum deshalb pauschal als antisemitische Religion.
Im Judentum bildet der Talmud eine umfangreiche sekundäre Literatur neben dem Bibeltext. Karäische Juden lehnen ihn als Rechtsquelle ab — die exakte Parallele zu koranistischen Muslimen. Das Muster ist in allen drei abrahamitischen Religionen identisch: heiliger Primartext versus menschliche Auslegungstradition, mit unterschiedlichen Strömungen, die diese Spannung verschieden auflösen.
Die Frage ist nie: Was steht im heiligen Text? Die Frage ist: Welche menschliche Auslegungstradition dominiert — und welche Normen bringt sie mit?
Einstellungen, die mit migrieren
Ruud Koopmans vom Wissenschaftszentrum Berlin befragte 2014 Sunniten und Schiiten in sechs europäischen Ländern. Rund 65 Prozent stimmten der Aussage zu, religiöse Gesetze seien wichtiger als staatliche Gesetze. Nur, wenn diese Religion eine menschengemachte, antisemitische und chauvinistische Fälschung ist, dann haben wir ein echtes Problem.
Koopmans unterschied klar zwischen Religiosität und Fundamentalismus. Nicht das Beten, sondern die Überzeugung, religiöse Normen stünden über dem Recht des Staates, korrelierte mit Einstellungen, die mit Integration und Rechtsstaatlichkeit in Spannung stehen. Das ist keine abstrakte Bedrohung — es ist eine messbare, in Umfragen belegbare Haltung.
Fazit: Ist ein sauberer, echter Islam in Europa überhaupt gewollt?
Die Daten führen zu einer Frage, die in Redaktionen und Parlamenten kaum gestellt wird: Warum werden muslimische Reformer in Europa so konsequent marginalisiert?
Die Konrad-Adenauer-Stiftung stellte in einer Analyse fest, was Beobachter seit Jahren beschreiben: Progressives Denken im Islam ist fast immer eine Sache von Einzelkämpfern. Muslimische Reformdenker haben es bislang nicht geschafft, eine überregionale Denkschule zu etablieren. Vernetzt sind nach wie vor fast ausschliesslich die Gegner des ReformIslam.
In Österreich ist die Islamische Glaubensgemeinschaft Österreich (IGGÖ) per Gesetz die offizielle Vertretung aller Muslime gegenüber dem Staat. Doch die IGGÖ wird seit Jahren kritisiert, an traditionellen und konservativen theologischen Positionen festzuhalten. Liberalere Positionen, die von Teilen der muslimischen Zivilgesellschaft vertreten werden, finden laut Beobachtern in der IGGÖ kein Gehör.
Die Initiative Liberaler Muslime Österreich (ILMÖ) versucht seit Jahren, einen anderen Islam sichtbar zu machen — einen, der Demokratie, Gleichstellung und Rechtsstaatlichkeit als kompatibel mit dem Glauben betrachtet. Doch diese Stimmen sind medial und politisch marginaler als die konservativen Verbände, mit denen der Staat offiziell kooperiert.
In Deutschland führt der Staat religiöse Gespräche über den sogenannten Koordinationsrat der Muslime — ein Zusammenschluss konservativer Verbande wie DITIB, die dem türkischen Staat nahestehen, und dem Islamrat, in dem Strukturen der Muslimbruderschaft vertreten sind. Liberale, reformorientierte und koranistische Gruppen sitzen nicht am Tisch.
Laut einer Studie über muslimische Netzwerke in Europa geraten reformorientierte und moderate Muslime regelmässig ins Visier koordinierter Kampagnen konservativer Islamverbände, die den Eindruck erwecken sollen, sie würden von der Mehrheit der Muslime getragen. Religionspädagogen wie Mouhanad Khorchide in Münster oder Abdel-Hakim Ourghi in Freiburg wurden systematisch unter Druck gesetzt.
Wenn Europa den sauberen, rechtsstaatskompatiblen Islam marginalisiert und den konservativen institutionell bevorzugt — wessen Interessen werden hier eigentlich bedient?
Das führt zu einer unbequemen Hypothese, die zunehmend auch muslimische Intellektuelle selbst äussern: Kriminelle und integrations-unwillige Sunniten und Schiiten sind für bestimmte politische und mediale Akteure nützlicher als ein reformierter, rechtsstaatskonformer Islam. Denn sie liefern das Bild, das gebraucht wird — entweder um Migration pauschal abzulehnen, oder um Islamkritik als Rassismus zu diskreditieren. Beides verhindert die einzige Debatte, die wirklich helfen würde.
Die ostasiatischen Migranten zeigen, was möglich ist: Integration gelingt, wenn Normsysteme mit rechtsstaatlichen Werten kompatibel sind. Das hat nichts mit Hautfarbe zu tun. Es hat nichts mit dem Heiligen Koran zu tun. Es hat mit der Frage zu tun, welche Interpretationstradition dominiert — und ob Europa den Mut hat, diese Frage laut zu stellen.
Ein koranistischer, ursprünglicher und zugleich libertärer Islam, der Kinderehe, Geschlechterhierarchie und Antisemitismus ablehnt, existiert. Denn wer Antismeit ist, der hat auch vor anderen Ethnien keine Skrupel, und wer Chauvinist ist, der ist auch führend in Vergewaltigung.
Der reine, koranische Islam hat Vertreter, Gelehrte und Argumente. Was ihm fehlt, ist eine Bühne.
Quellen:
-Bundeskriminalamt Österreich: Kriminalpolizeiliche Anzeigenstatistik 2024, April 2025
-Bundeskriminalamt Österreich: Kriminalpolizeiliche Anzeigenstatistik 2025, April 2026
-Bundesministerium für Inneres (BMI): Kriminalstatistik 2024, Mai 2025
-Statista / BMI: Straftatverdächtige in Österreich nach Staatsangehörigkeit 2014–2024
-Konrad-Adenauer-Stiftung: ReformIslam — Akteure, Methoden und Themen, 2018
-Mena-Watch: Die Muslimbruderschaft — Wie der politische Islam vorrückt, 2026
-Islamportal.at: Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ) — Kritik und
Struktur
-Wikipedia: Initiative Liberaler Muslime Österreich (ILMÖ)
-Illinois State University: Comparing Asian Immigrants Offending Rates, 2023
-UNODC / Wikipedia Ostasien: Kriminalitätsrückgang in Ostasien seit 1960er Jahren
-Oliver Roy: Le djihadisme est une revolte generationnelle et nihiliste, Le Monde 2015
Von Okay Altinisik | 10-6-2026, 11:37:22
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