Die Zahl der Asylanträge in Österreich geht weiterhin zurück, gleichzeitig verändert sich jedoch das Profil der Antragsteller deutlich. Vor allem Frauen stellen inzwischen wesentlich häufiger Schutzanträge, während die Zahl unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge einen historischen Tiefstand erreicht.
Noch vor zwei Jahren waren Frauen unter den Asylwerbern klar in der Minderheit. Mittlerweile liegt ihr Anteil stabil bei etwas über 40 Prozent. Dieser Anstieg ist vor allem auf rechtliche Änderungen zurückzuführen, durch die Frauen aus Afghanistan bessere Anerkennungschancen haben. Viele Afghaninnen, die bisher nur subsidiären Schutz hatten, beantragten daraufhin erneut Asyl und erhielten diesen nun auch häufiger als Männer derselben Herkunft. Auch bei Antragstellern aus Syrien und dem Iran zeigt sich inzwischen ein annähernd ausgeglichenes Geschlechterverhältnis.

Der Anstieg der weiblichen Asylbewerber in Österreich seit 2017 beträgt 42 %.
Ein Blick in die Vergangenheit verdeutlicht den Wandel: Über Jahrzehnte hinweg stellten Männer den überwiegenden Teil der Asylansuchen. Selbst nach großen Fluchtbewegungen blieb der Frauenanteil meist unter einem Drittel. Nach einem kurzfristigen Anstieg im Jahr 2017 sank er kontinuierlich und erreichte 2022 einen Tiefpunkt, als nur noch ein sehr kleiner Teil der Anträge von Frauen kam.
Parallel dazu nimmt die Gesamtzahl der Schutzsuchenden weiter ab. In den ersten elf Monaten des laufenden Jahres wurden deutlich weniger Anträge gestellt als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Besonders stark zeigt sich dieser Rückgang bei unbegleiteten Minderjährigen. Ihre Zahl ist so niedrig wie seit Mitte der 2000er-Jahre nicht mehr und liegt weit unter den Höchstwerten der vergangenen Jahre, als zehntausende Anträge aus dieser Gruppe registriert wurden.
Unverändert bleibt jedoch, dass unbegleitete minderjährige Asylwerber fast ausschließlich männlich sind. Der Großteil der diesjährigen Anträge stammt von Burschen. Zusätzlich wurden mehrere tausend Asylansuchen für Kinder gestellt, die entweder gemeinsam mit ihren Familien eingereist sind oder erst nach der Ankunft in Österreich geboren wurden.
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Von Okay Altinisik | 28-12-2025, 18:31:39
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