Der Amazonas steht durch den Klimawandel vor einem drastischen Wandel. Längere Trockenzeiten, steigende Temperaturen und häufigere Dürren könnten den Regenwald bis zum Jahr 2100 in ein neues, bislang unbekanntes Klimabiom überführen, das Forscher „Hypertropen“ nennen. Dieses wäre geprägt von extremer Hitze und anhaltender Trockenheit und würde die jährliche Baumsterblichkeit um rund 55 Prozent erhöhen. Ein solcher Kipppunkt hätte massive Folgen für das gesamte Ökosystem.

Eine paradiesische Aufnahme vom Regenwald um den Verlust durch Hypertropen zu verdeutlichen.
Eine in Nature veröffentlichte Studie, die unter anderem Daten aus selektiv bewirtschafteten Waldgebieten auswertete, zeigt: Sinkt die Bodenfeuchte unter einen kritischen Schwellenwert, geraten Bäume unter starken Stress. Sie stellen entweder die Kohlenstoffaufnahme ein oder erleiden Luftblasen im Saftsystem – eine Art pflanzlicher Embolie –, was oft zum Absterben führt. Dadurch verliert der Amazonas zunehmend seine Fähigkeit, CO₂ aus der Atmosphäre zu binden.
Dieser Waldverlust betrifft nicht nur die Artenvielfalt, sondern auch das globale Klima, da der Amazonas eine Schlüsselrolle bei der Temperaturregulierung der Erde spielt. Ähnliche Entwicklungen könnten bis Ende des Jahrhunderts auch Teile Westafrikas und Südostasiens erfassen. Zwar basieren die Prognosen auf einem Worst-Case-Szenario mit weiterhin hohen Emissionen, doch die Forschenden betonen: Konsequenter Klimaschutz könnte diesen Prozess deutlich verlangsamen und einen Kollaps noch verhindern. (Nature)
Von Okay Altinisik | 2-1-2026, 11:58:13
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