Darf der Iran Fahnen verbrennen?

Die Proteste im Iran sind in den vergangenen Wochen aus dem öffentlichen Raum verschwunden. Was Ende des Jahres als landesweite Mobilisierung begann, hat sich in die Stille der Wohnungen, Gefängnisse und Exile zurückgezogen. Die Straßen, die zuvor von Sprechchören erfüllt waren, werden heute von Sicherheitskräften kontrolliert. Der Aufstand ist nicht beendet, aber er ist zum Stillstand gekommen.

Ein Regime, dessen Unterstützer öffentlich Fahnen anderer Länder verbrennen, ohne Rücksicht auf den heiligen Namen auf der eigenen Fahne den sie damit zur Zielscheibe machen; und eine Oppsition, die den heiligen Namen übermalen will – wem verhilft der Herr wohl zum Sieg?

Ein Regime, dessen Unterstützer öffentlich Fahnen anderer Länder verbrennen, ohne Rücksicht auf den heiligen Namen auf der eigenen Fahne den sie damit zur Zielscheibe machen; und eine Oppsition, die den heiligen Namen übermalen will – wem verhilft der Herr wohl zum Sieg?

Diese Entwicklung lässt sich politisch erklären: durch Repression, durch Angst, durch das systematische Zerschlagen von Netzwerken. Doch jenseits dieser bekannten Faktoren bleibt eine andere Frage bestehen: Warum trägt ein Protest, der sich als moralisch versteht, keine Frucht?

Im Iran ist diese Frage untrennbar mit der Symbolik der Nation verbunden. Die iranische Flagge trägt im Zentrum den Namen Gottes – nicht als dekoratives Element, sondern als Glaubensbekenntnis eines Staates, der seine Legitimität religiös begründet. Dass Teile der Protestbewegung dieses Symbol bewusst verwarfen, veränderten oder entweihten, wurde international kaum beachtet. Im Inneren des Landes jedoch blieb es nicht folgenlos.

Denn in einer Gesellschaft, in der Religion nicht nur privater Glaube, sondern kollektive Sprache ist, berührt die Profanisierung eines göttlichen Namens mehr als Politik. Sie berührt das Gewissen. Für viele Gläubige – auch solche, die dem Regime kritisch gegenüberstehen – entstand so ein Bruch: zwischen dem berechtigten Ruf nach Gerechtigkeit und der Wahrnehmung, dass dabei eine Grenze überschritten wurde.

Nicht jede Niederlage ist nur das Ergebnis menschlicher Machtverhältnisse, sondern auch Ausdruck göttlichen Handelns – nicht spektakulär, sondern leise. Gott wirkt nicht notwendigerweise durch den Erfolg der Lauten, sondern oft durch das Scheitern derer, die den falschen Weg wählen.

Dass die Proteste im Sand verliefen, kann als Zeichen gelesen werden: nicht als Billigung der Unterdrückung, sondern als Zurückweisung einer Bewegung, die sich gegen eine Ordnung wandte, ohne das Heilige von der Macht zu unterscheiden. Der Name Gottes ist kein politisches Instrument. Wer ihn angreift, trifft nicht das Regime, sondern entzieht dem eigenen Anliegen den Boden. Ist es überraschend, dass Präsident Trump die Demonstranten eiskalt ins offene Messer laufen lässt, nachdem er ihnen vor den Augen der Welt die große Rettung versprach – noch bevor Tausende von ihnen getötet wurden, nach lediglich einer Handvoll Toten? Ist Allah nicht der Herr der Herzen, um ihn im letzten Augenblick von seinem Vorhaben, Seiner undankbaren Opposition zu Hilfe zu eilen, abzubringen?

Ungeachtet dessen: ein Regime, dessen Unterstützer öffentlich Fahnen anderer Länder verbrennen und das nichts Besseres zu tun hat, als sich Feinde zu machen, ohne Rücksicht auf den heiligen Namen auf der eigenen Fahne den es zur Zielscheibe macht – zur Zielscheibe von Arabisch-Analphabeten wohlgemerkt, die nicht wissen können was auf der Fahne steht an der sie in sozialen Netzwerken Rache üben – muss aufgelöst werden.

Wer ist der Schah, dass er es wagt, sein Löwe-und-Sonne-Emblem über Gottes heiligen Namen zu platzieren? Worauf vertrauen all diese jungen Leute bloß? Ist es nicht klüger, gemeinsam mit Allah gegen das Verbotsregime zu kämpfen als mit dem pietät- und verstandlosen Schah-Sprössling? Und ist der wahre Islam nicht libertär im Gegensatz zu dem, was die Schiiten und Sunniten aus ihm gemacht haben? Ist es nicht der Heilige Koran, der Muslimen eine andere Führung verbietet, was logischerweise weniger Verbote bedeutet? Ist die erfundene Sunna des Propheten, die Frauen nicht einmal erlaubt, für Gott zu fasten ohne Einwilligung ihrer Ehemänner, nicht verboten laut Sure Al-Dschathiya/Die Kniende 45:6? Warum also sollte Er das missratene schiitische Regime unterstützen – solange Ihm die Bewegung keinen Grund gibt?

Gott steht nicht automatisch auf der Seite jener, die sich selbst für gerecht halten. Er ist der Herr der Herzen – nicht der Parolen.

Der Iran bleibt ein Land der Widersprüche. Die Ursachen des Zorns sind nicht verschwunden, die Fragen nach Freiheit und Würde bleiben offen. Aber dieser Moment des Verstummens fordert zur Selbstprüfung auf. Die Zukunft lag niemals in der Ablehnung des Glaubens, sondern in seiner Rückgewinnung jenseits der Macht. Nicht gegen Gott, sondern mit Ihm.

In der Stille nach dem Aufruhr liegt keine endgültige Antwort. Aber sie erinnert an eine alte biblische Einsicht: Nicht im Sturm, nicht im Feuer, sondern im leisen Wehen offenbart sich, was Bestand hat.

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Von Okay Altinisik | 17-1-2026, 00:26:58

AKTUALISIERUNG/45 000 Morde: Die biblische Dimension der Zerschlagung der iranischen Proteste

Ist “Gott” Derjenige, in Dessen Namen gefoltert wird, gerät das moralische Kompasssystem ins Wanken. Wer dann das Heilige verlässt, verliert den Boden der absoluten Gerechtigkeit unter den Füßen.

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