Erstmals wieder Rückgang des Verkehrs-CO₂

Die verkehrsbedingten CO₂-Emissionen in Österreich sind 2025 erstmals seit mehreren Jahren leicht gesunken. Nach Berechnungen des Verkehrsclub Österreich (VCÖ) verursachte der Verkehrssektor rund 19 Millionen Tonnen CO₂, etwa 400.000 Tonnen weniger als im Vorjahr. Gründe dafür waren ein geringerer Treibstoffverbrauch, der wachsende Anteil von Elektroautos sowie eine stärkere Nutzung von Bahnangeboten im Personen- und Güterverkehr.

Eine gefüllte Bahn die neben einer gefüllten Autobahn verläuft unterstreicht wie sehr sich Österreich im Mittelfeld befindet - gutes Bahnangebot, aber keine Dominanz.

Eine gefüllte Bahn die neben einer gefüllten Autobahn verläuft unterstreicht wie sehr sich Österreich im Mittelfeld befindet – gutes Bahnangebot, aber keine Dominanz.

Der VCÖ warnt jedoch davor, diesen Rückgang zu überschätzen. Die Emissionen des Verkehrs liegen weiterhin rund ein Drittel über dem Niveau von 1990 und machen den Sektor seit Jahrzehnten zu einem der größten Hemmnisse der österreichischen Klimapolitik. Während andere Bereiche deutliche Fortschritte erzielen konnten, bleibt der Verkehr strukturell emissionsintensiv.

Im internationalen Vergleich sind Österreichs absolute Emissionswerte zwar niedrig, pro Kopf zählt das Land innerhalb der EU jedoch weiterhin zu den emissionsstärkeren Verkehrsnationen. Staaten wie Norwegen und die Niederlande, die Elektromobilität konsequent fördern und den Autoverkehr stärker regulieren, verzeichnen deutlich stärkere Rückgänge. Besonders Norwegen profitiert vom hohen Anteil emissionsfreier Neuwagen.

Auch europaweit bleibt der Verkehrssektor ein Problembereich: Laut Europäischer Umweltagentur (EEA) ist er jener Bereich, in dem die Emissionen seit 2005 am langsamsten sinken. Österreich liegt im Mittelfeld – mit gut ausgebautem Bahnangebot, aber weiterhin hoher Abhängigkeit vom Auto, vor allem außerhalb der Städte.

Der VCÖ betont, dass der Rückgang 2025 vor allem auf Effizienzgewinne und Übergangslösungen zurückzuführen ist. Ohne zusätzliche Maßnahmen – etwa niedrigere Tempolimits, klare Preissignale für klimafreundliche Mobilität sowie einen schnelleren Ausbau von Bahn, Öffis, Rad- und Fußverkehr – droht Österreich, seine Klimaziele im Verkehrssektor auch in den kommenden Jahren zu verfehlen. (VCÖ/EEA)

Von Okay Altinisik | 8-1-2026, 2:56:11

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