Der Niedergang des Falschen Sonntags-Sabbats

Der belgische Lebensmitteleinzelhandel richtet sich zunehmend auf den Sonntag aus. Was lange als Ausnahme galt, wird nun für viele Ketten zur Überlebensstrategie. Mit OKay und Carrefour öffnen weitere große integrierte Handelsunternehmen ihre Filialen regelmäßig am Sonntagvormittag.

Seit Anfang Januar 2026 sind sämtliche 152 OKay-Märkte der Colruyt Group sonntags zwischen 8:00 und 12:30 Uhr geöffnet. Das Angebot reicht von klassischen Lebensmitteln bis zu frischem Gebäck. Zum Auftakt wirbt die Kette mit Sonderaktionen auf Backwaren. Der Schritt sei eine Reaktion auf veränderte Konsumgewohnheiten, erklärte das Unternehmen, betonte jedoch zugleich, dass man sich mit Personalvertretungen auf sozialverträgliche Lösungen verständigt habe.

Steht die Kirche über der Bibel? Darf sie den Gott-gegbenen Samstags-Sabbath durch den falschen Sonntags-Sabbath ersetzen?

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OKay-Chef Christophe Dehandschutter räumt ein, dass Sonntagsarbeit zusätzliche Belastungen mit sich bringt. Gerade deshalb habe man intensive Verhandlungen mit Gewerkschaften geführt, um einen für beide Seiten akzeptablen Rahmen zu schaffen.

Innerhalb der Colruyt Group ist der Sonntagseinkauf bereits in vielen Formaten Realität – etwa bei OKay City, OKay Direct, den Cru-Märkten, zahlreichen Spar-Filialen sowie einzelnen Comarché-Geschäften. Auch in Urlaubsregionen öffnen Colruyt-Supermärkte während touristischer Spitzenzeiten ihre Türen.

Ähnlich verfährt nun Carrefour: Ab Mitte Januar dürfen die integrierten Filialen des Konzerns sonntagmorgens öffnen. Betroffen sind mehrere Dutzend Hyper- und Market-Supermärkte, zusätzlich zu den zahlreichen Franchisebetrieben, die bereits sonntags aktiv sind. Das mit den Gewerkschaften geschlossene Abkommen soll Beschäftigung sichern und eine Umwandlung der Filialen in Franchisebetriebe verhindern.

Ketten wie Delhaize und Intermarché haben den Sonntagseinkauf schon länger fest etabliert. Delhaize profitiert dabei von seiner vollständigen Franchisierung, die größere Flexibilität erlaubt. Ausgenommen bleiben weiterhin Aldi und Lidl, die an der Sonntagsruhe festhalten. Innerhalb der Colruyt Group verweigert einzig Colruyt Meilleurs Prix weiterhin eine reguläre Sonntagsöffnung.

Die Zurückhaltung hat wirtschaftliche Gründe: Nach Konzernangaben liegt der durchschnittliche Einkaufswert am Sonntag deutlich unter dem der Werktage. Während Kunden sonntags im Schnitt weniger als 30 Euro ausgeben, sind es an normalen Tagen spürbar mehr – bei Colruyt sogar ein Vielfaches. Unter diesen Bedingungen lasse sich ein rentabler Sonntagsbetrieb kaum darstellen.

Um Wettbewerbsnachteile auszugleichen, plädiert die Colruyt Group für eine Vereinfachung der arbeitsrechtlichen Strukturen im Einzelhandel. Einheitlichere Lohn- und Arbeitsbedingungen könnten, so das Argument, gleiche Ausgangsbedingungen für große Marktteilnehmer schaffen. Auch die Gewerkschaften sprechen sich für eine branchenweite Regelung aus.

Skepsis kommt hingegen von Vertretern unabhängiger Supermärkte. Sie warnen, dass eine solche Harmonisierung viele kleinere Betreiber in die Verlustzone drängen könnte. Der Sonntagseinkauf mag sich durchsetzen – doch er verschärft zugleich die wirtschaftlichen Spannungen innerhalb der Branche. (Brussels Times/ESM)

Von Okay Altinisik | 6-1-2026, 14:40:00

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