Wien – Die Wohnkosten in Österreich kennen weiterhin nur eine Richtung: nach oben. Trotz der neuen Mietpreisbremse stiegen die Mieten im vierten Quartal 2025 um 4,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Mit durchschnittlich 10,40 Euro pro Quadratmeter wurde eine psychologisch wichtige Grenze dauerhaft überschritten.

In Zeiten privater Preistreiber rückt das Modell des Wiener Gemeindebaus wieder stärker in den Fokus.
Während die Inflation in vielen Bereichen langsam abkühlt, bleibt der Wohnungsmarkt unter Druck. Laut aktuellen Daten der Statistik Austria zahlte ein österreichischer Haushalt Ende 2025 im Schnitt 686,80 Euro für seine Mietwohnung (inklusive Betriebskosten). Das entspricht einer Steigerung von 4,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal.
Der “Zehner” ist die neue Realität
Erstmals liegt der bundesweite Durchschnittspreis über das gesamte Jahr hinweg im zweistelligen Bereich. Besonders drastisch ist die Lage im Westen: In Salzburg müssen Mieter mit durchschnittlich 12,20 Euro/m² am tiefsten in die Tasche greifen. Das Burgenland bleibt mit 7,70 Euro/m² zwar das günstigste Pflaster, verzeichnete aber ebenfalls Zuwächse.
Hoffnungsträger Mietpreisbremse 2026?
Um diese Spirale zu stoppen, ist am 1. Jänner 2026 das neue Mieten-Wertsicherungsgesetz (MieWeG) in Kraft getreten. Für Mieter im regulierten Bereich (Altbau und Gemeindebau) bringt das Jahr 2026 eine spürbare Entlastung: Die nächste Mieterhöhung im April ist gesetzlich auf maximal 1 Prozent begrenzt.
Auch für den freien Markt wurde ein Deckel eingezogen. Die Erhöhungen richten sich nun nach einer Formel (“3 % + die Hälfte der darüberliegenden Inflation”), die extreme Sprünge wie in der Vergangenheit verhindern soll. Zudem wurde ein einheitlicher Stichtag eingeführt: Mieten dürfen nur noch einmal jährlich, frühestens am 1. April, angepasst werden.
Die “Kostenfalle” Betriebskosten
Dass die Preise trotz Deckelung im letzten Quartal noch einmal so stark anzogen, liegt auch an den Betriebskosten. Diese machen mittlerweile rund 2,60 Euro pro Quadratmeter aus. Da die Mietpreisbremse nur den Nettomietzins betrifft, schlagen steigende Müllgebühren, Wasserpreise und Versicherungen weiterhin voll auf die Geldbörse der Mieter durch.
Fazit: Der Gemeindebau als Stabilitätsanker
In Zeiten privater Preistreiber rückt das Modell des Wiener Gemeindebaus wieder stärker in den Fokus und zeigen, dass erschwinglicher Wohnraum nicht nur eine soziale, sondern auch eine stabilisierende Funktion für den gesamten Markt hat. Ob die gesetzliche Bremse ausreicht, um den Trend dauerhaft umzukehren, werden die Zahlen im April zeigen.
>>-> Bremse für Mietpreis erspart Mietern 311 Millionen Euro
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