Und Herr “Böse” sprach: “Bevor ich Gott danke, sage ich: ICE raus… Wir sind keine Wilden, keine Tiere, keine Außerirdischen. Wir sind Menschen und wir sind Amerikaner… Hass wird stärker mit noch mehr Hass. Das Einzige, das stärker ist als Hass, ist Liebe. Wenn wir kämpfen, dann mit Liebe…”

Und welch Ironie: Einem Künstler, der sich “Bad Bunny” nennt, wird es zu brutal. Bild: instagram/Bad Bunny
Bad Bunny empört sich bei den Grammys über ICE und inszeniert sich als moralische Instanz. Applaus von den richtigen Reihen, Standing Ovations inklusive. Fair enough.
Nur schade, dass bei all der Empörung ein paar unbequeme Realitäten unter den roten Teppich gekehrt werden.
Denn Gangs sind keine missverstandenen Opfer des Systems. Sie sind nicht romantisch, nicht rebellisch, nicht “Street Poetry”. In den USA gibt es immer wieder extreme Gewalttaten – Menschen werden brutal angegriffen, gefoltert, lebendig in U-Bahnen verbrannt. Das ist keine Metapher, das ist das reine Böse.
Und welch Ironie: Ein Künstler, der sich bewusst “Bad Bunny” nennt und mit Ästhetiken von Härte, Grenzüberschreitung, Gesetzlosigkeit und moralischer Grauzone spielt, wundert sich nicht darüber, dass diese Codes in einer Szene landen, in der Gewalt glorifiziert wird, sondern darüber, dass sie zum Schutz der Schwachen bekämpft werden. In dieser Musikgattung sind Stars keine Randfiguren – sie sind Vorbild, Soundtrack und Inspiration.
Man kann ICE kritisieren.
Man kann Abschiebepolitik kritisieren.
Man kann staatliche Gewalt kritisieren.
Aber wenn man vom Image des “Bad” lebt, vom kalkulierten Spiel mit Dunkelheit und Aggression, dann wirkt es reichlich bequem, so zu tun, als käme alles Übel nur von Behörden – und niemals aus der eigenen Szene, der eigenen Symbolik, dem eigenen Soundtrack.
Moralische Empörung ist leicht, wenn sie nur in eine Richtung zeigt.
Böse bleibt böse – egal ob es Uniform trägt oder mit Beats daherkommt.
Von Okay Altinisik | 3-2-2026, 14:22:03
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