Ist Europa wirklich zu gut für Flüchtlinge? Was die Akzeptanz von Homosexualität über eine Zivilisation verrät

Wer behauptet, Flüchtlinge zerstörten Europas Werte, sollte zunächst beantworten, welche Werte gemeint sind. Die Werte Sodoms, Homoehe und Homoadoption? Oder die judeo-christlichen Werte der Bibel?

Bild: Gpress Info

Die Bilder aus Ceuta gingen um die Welt. 60 000 Menschen drängten innerhalb weniger Stunden über die Grenze zur spanischen Exklave, Dutzende verloren dabei ihr Leben, Europas Außengrenze wurde zum Symbol einer Migrationskrise, wie sie der Kontinent seit Jahren fürchtet.

Die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten. Rechte Parteien und Regierungen sahen sich bestätigt. Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni sprach von einer konkreten Bedrohung für Europas Sicherheit und vollbrachte heute sogar eine Aussetzung des Schengen-Verkehrs mit Spanien. Andere migrationskritische Parteien wie die AfD gingen auf die Barrikaden, als ob Ceuta eine deutsche Exklave wäre. Spaniens Rechte sieht gar Landesverrat in den Handlungen ihrer Regierung.

Die Sorge ist da. Wer die Bilder aus Ceuta sieht, erkennt sofort, dass kein Gemeinwesen eine solche Situation dauerhaft bewältigen kann. Und doch übertönt in vielen Stellungnahmen ein Gedanke, der weit über die Frage der Grenzsicherung hinausgeht: Europa sei für afrikanische und asiatische Flüchtlinge schlicht zu gut.

Doch ist es das wirklich?

Es gehört zu den Eigentümlichkeiten unserer Zeit, dass Europa die Welt gern in Kategorien moralischer Reife einteilt. Hier die aufgeklärte Zivilisation, dort die rückständigen Gesellschaften. Hier die Wertegemeinschaft, dort jene, die diese Werte erst noch lernen müssen.

Kommen Flüchtlinge nach Europa und bringen Konflikte, Kriminalität oder ein konservatives Familienbild mit, ertönt schnell die Klage, der Kontinent werde ruiniert. Europa, so der unausgesprochene Gedanke, sei für solche Zustände zu gut.

Doch nach welchem Maßstab eigentlich?

Wer sich auf die Schriften beruft, kennt die Geschichte des Volkes Lots und weiß, homosexuelle Handlungen gehören zu jenen schweren moralischen Verfehlungen, die Zivilisationen für lebensunwürdig erklären. Die Tora erklärt die Tat nicht nur zur Sünde, sondern stellt sie in ihrem Gesetz unter die Todesstrafe.

Man mag diese zeitlosen Gebote heute ablehnen. Man mag sie für überholt erklären. Doch sie werden uns alle überleben, garantiert! Und damit beantwortet sich die Frage auch schon, wer sich wem anpassen muss.

Die eigentliche Zäsur bestand nicht darin, homosexuelle Handlungen nicht mehr strafrechtlich zu verfolgen. Die eigentliche Revolution bestand darin, sie von einem Verhalten, das jahrtausendelang in Judentum, Christentum und Islam als Sünde galt, zu einem moralischen Ideal gesellschaftlicher Anerkennung zu erheben. Was einst geduldet wurde, soll heute gefeiert werden. Was früher als Verstoß gegen die göttliche Ordnung galt, gilt inzwischen als Prüfstein menschlicher Würde. Wer widerspricht, muss sich rechtfertigen.

Gerade darin liegt die historische Besonderheit Europas. Der Kontinent hat sich nicht einfach von Religion entfernt. Er hat die moralischen Wertungen der Offenbarung an zentralen Stellen umgekehrt. Aus Sünde wurde Tugend. Aus Toleranz wurde Pflicht.

Wer behauptet, Flüchtlinge zerstörten Europas Werte, sollte zunächst beantworten, welche Werte gemeint sind. Die Werte Sodoms, Homoehe und Homoadoption? Oder die judeo-christlichen Werte der Bibel?

Natürlich steht es jedem frei, diese Entwicklung als Fortschritt zu begreifen. Aber dann sollte man den Mut besitzen, auf die Berufung auf die biblische Moral zu verzichten. Denn nach ihren Maßstäben ist Europa, im Gegensatz zu den afrikanischen und asiatischen Flüchtlingen, schlicht lebensunwürdig.

Okay Altinisik | 31-7-2026, 23:27:00

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Wer behauptet, Flüchtlinge zerstörten Europas Werte, muss beantworten, welche Werte er meint. Die Werte Sodoms, Homoehe und Homoadoption? Oder die biblischen Werte?

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